Beispiele für erfolgreiche Chancenpatenschaften

Hier stellen wir einige erfolgreiche Chancenpatenschaften genauer vor. Machen Sie sich ein Bild, holen Sie sich Anregungen und lassen Sie sich für Ihre eigenen Chancenpatenschaften inspirieren. Gerne stehen wir Ihnen mit weiteren Infos und Kontakten zur Verfügung.


Astrid Lindgren Grundschule in Falkenberg Elster: Interkulturelle Begegnung verbindet

Begegnet sind sich Familie Jawish und Familie Staab bereits häufig, eigentlich täglich. Ihre Kinder besuchen gemeinsam die Astrid-Lindgren-Grundschule in Falkenberg/ Elster. Da eine der beiden Familien nach Deutschland geflohen ist, mit sprachlichen und finanziellen Einschränkungen zu kämpfen hat, war schnell klar, dass eine Chancenpatenschaft zwischen den gleichaltrigen Kindern beim Ankommen in Deutschland weiterhilft.

Unterstützt wird die Chancenpatenschaft durch den Förderverein der Astrid-Lindgren Grundschule Falkenberg-Elster e.V.

So haben sich aus dem freundlichen Grüßen der beiden Familien gemeinsame Gespräche entwickelt. Die anfänglichen Vorbehalte gegenüber der unbürokratischen Projektförderung konnten schnell ausgeräumt werden: Eine Unterschrift auf einem Tandembogen wird schließlich nicht einfach so geleistet. Dass der Tandembogen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Arabisch und vielen weiteren Sprachen vorliegt, erleichterte die Entscheidung wesentlich.

Durch die Bildung der Tandems lernten sich nicht nur die gleichaltrigen Kinder, sondern auch die Erwachsenen besser kennen und planten eifrig gemeinsame Aktivitäten: Der erste Ausflug führte die Familien nach Meißen auf die Albrechtsburg und zum nahegelegenen Dom - Orte, die viel über die deutsche Geschichte aussagen. Anschließend besuchten sie gemeinsam den Adventsmarkt und erfreuten sich an den kulinarischen Köstlichkeiten. Kurze Zeit später verabredeten sich alle zu einem Kindermusical, in dem sogar Damaskus, die Heimatstadt der Jawishs, vorkam. Da die Kinder besonders sportlich begeistert sind, schlossen sie sich dem Judotraining im Uebigauer Sportverein an.

Die beiden Familien planen auch jenseits der Projektförderung gemeinsame Unternehmungen und wollen sich weiterhin gegenseitig im Alltag unterstützen.

Carl-Benz-Oberschule Berlin: Medienprojekt und Koch-AG

Angefangen hat alles mit einem Medienprojekt. Schüler*innen mit und ohne Fluchterfahrung bzw. Migrationshintergrund, aus bildungsfernen- und –nahen Haushalten sowie mit und ohne Förderschwerpunkten machen in Kooperation mit der Schüler*innenvertretung auf ihre Interessen aufmerksam.

Wie das am besten funktioniert? Natürlich mit selbstgedrehten Videos und Erklärfilmen. Die Inhalte erarbeiten die Tandems partizipatorisch gemeinsam mit der Schulsozialarbeit.

Im Laufe der Zeit ist dann auch noch eine Koch-AG dazugekommen, die sich immer freitags für drei Stunden trifft. Da eine nachhaltige Ernährung im Vordergrund steht, kochen die Zweier-Teams vegetarisch.
Die Zutaten selbst stammen Großteils aus dem eigenen Schulgarten.

Hier gibt es bei Facebook ein Video des Medienprojektes

Einsteinchen, Frankfurt/Oder: Tandemprojekte 2020

Im EinSteinchen, dem Zentrum für Begabungsförderung in Frankfurt/Oder, gibt es zwei neu Tandemprojekte im Rahmen der Chancenpatenschaften:

KinderEnergieAkademie (KEA) Projekt:
Im Rahmen unseres diesjährigen KLIMA-JAHRES startet die Arbeitsgemeinschaft „Energie-Detektive“ für die Schulstarter des EinSteinchens. Ziel der AG ist die Beschäftigung mit den Themen ENERGIEFRESSER - dem Finden solcher und dem Suchen nach klimaschonenderen Lösungen.

KITA-Projekt
Im Herbst startet ein Theaterkurs in der KITA EinSteinchen und die Teilnehmer werden sich mit dem Klima-Thema künstlerisch auseinandersetzen. Der Kurs wird voraussichtlich im September beginnen und bis Anfang Dezember laufen. Die Präsentation der Ergebnisse wird im Theater Frankfurt stattfinden und dazu werden auch die Eltern eingeladen sein.

Erich-Kästner-Grundschule Cottbus: Video

Was wünsche ich mir für die Welt? Kinder aus der Erich-Kästner-Grundschule Cottbus haben diese Frage mit Hilfe des Fördervereins beantwortet. Daraus ist ein Video entstanden...

Grundschule Am Pekenberg in Zülichendorf: Tandem-Projekt für kleine Lerner

Die Zülichendorfer Grundschule Am Pekenberg hat erfolgreich an dem Projekt Chancenpatenschaften der Stiftung Bildung und des Landesverbandes teilgenommen: Für die Schülerinnen und Schüler gibt es jetzt spannende neue Arbeitsmaterialien.

Ein Globus, der einem bei Berührung mit dem Stift das Land erklärt, ein Zauberzylinder für Mathematik und Deutsch oder ein Sprach-Twist sorgen dafür, dass die Schüler*innen an der Grundschule Am Pekenberg in Zülichendorf mehr Spaß am Lernen haben.

Zu verdanken sind diese zusätzlichen Arbeitsmaterialien dem Chancenpatenschaften-Programm des lsfb. Es handelt sich dabei um Patenschaften zwischen den Kindern. Das heißt, dass Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche oder mit Problemen in Mathematik von anderen Schülern, die diese Fächer sehr gut beherrschen, Unterstützung bekommen. Sie helfen sich zwar auch sonst untereinander, aber durch das Tandem-Projekt mit den spannenden Unterrichtsutensilien läuft es noch besser.

Silke Draheim, Klassenlehrerin der 3. Klasse, und Hortleiterin Beatrice Marquardt durften selbst entscheiden, was für sie in Frage kommt. Unter anderem ist ein Poesiealbum mit Fotos, Briefen und Stammbaum entstanden. Es hat Spaß gemacht, an diesem Projekt zu arbeiten, und es sorgte für eine schöne Lernatmosphäre.
Aufgrund der Coronakrise war die Umsetzung nicht ganz leicht, aber jetzt zum Schuljahresende bekommt jedes Kind sein eigenes personalisiertes Buch: Die Kinder haben sich gegenseitig Briefe und Sprüche geschrieben, die jetzt in diesem Poesiealbum zu finden sind. ,,Die Kinder haben vieles nicht als Unterricht angesehen, sondern eher als Spiel", fügt die Lehrerin hinzu.

„Bei den Wettbewerben, zu denen Schulen oder Horte sonst aufgerufen werden, kam am Ende nicht viel heraus. Hier hatten wir eine tolle Unterstützung. Das war eine bisher einmalige Erfahrung", so Silke Draheim. Die beleuchtete Tafel, die ebenso als Zeichenbrett dient, stellt für sie eine effektive Lernmethode dar. Oftmals nehmen Kinder Hinweise von Kindern besser an als von Lehrern. So lernen sie auf Augenhöhe miteinander und alle haben die gleichen Chancen. Dadurch werden Angste und Vorurteile abgebaut und es entstehen Respekt und Freude. Besonders schön ist, dass auch Schüler anderer Klassen in den nächsten Schuljahren mit dem Globus, dem beleuchteten Schreib- und Zeichenbrett und all den anderen Lehrmaterialien arbeiten können.

Grundschule Milmersdorf: Projektwoche Planeten

An der Grundschule Milmersdorf konnte eine Projektwoche zum Thema Planeten ins Leben gerufen werden. Gemeinsam mit der Schulleitung, dem Schulförderverein und Mitarbeitern der Stiftung hat sich der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Zierke ein Bild vor Ort gemacht.

Insgesamt wurden drei Tandems an der Grundschule Milmersdorf gebildet: Neben vielfältigen sozialen und kulturellen Hintergründen bringen die Kinder verschiedene Lerngeschwindigkeiten und Vorkenntnisse mit. Sie stärken sich dabei in den Tandems gegenseitig, indem sie gemeinsam Lerninhalte über Himmelskörper und speziell die Erde in diversen Projektaufgaben eigenständig erarbeiten. Begleitet werden die Schüler durch engagierte Lehrkräfte. Dabei lernen sie die positive Wirkungsweise einer Teamleistung kennen und benachteiligte Kinder werden stärker eingebunden.

Höhepunkt der Projektwoche ist ein mobiles Planetarium, welches in der Schule aufgebaut ist. Hier werden die erworbenen Kenntnisse noch einmal vertieft und mit Hilfe von Pädagogen gefestigt.

Aus verschiedensten Gründen waren bislang noch nicht alle Mädchen und Jungen in einem Planetarium. Erschwerend kommen für den ländlichen Raum die Entfernung und damit verbunden zusätzliche Kosten hinzu. "Wenn die Kinder nicht zum Planetarium kommen, holen wir das Planetarium eben zu uns", entschied die Schullleitung.

Natürlich durfte auch ein Abschluss der Projektwoche mit allen Schülern in gemütlicher Runde nicht fehlen.

Schauen Sie sich den Artikel aus der MOZ (Märkische Oderzeitung) an.

Grundschule Schönwalde: Gewaltfrei lernen

In der Grundschule Schönwalde wurde das respektvolle Miteinander schon immer großgeschrieben. Dennoch oder gerade deshalb nahmen sich Lehrer, Eltern und Schüler eine ganze Woche Zeit, um sich intensiv der Prävention von Ausgrenzung, Beleidigung und Gewalt zu widmen.

Kinder werden gemeinsam stark – Gewaltfrei Lernen an der Grundschule Schönwalde

Mit diesem großartigen Projekt ist die Grundschule Schönwalde Vorreiter in der Region. Natürlich holten wir uns dafür professionelle Unterstützung in Form eines Trainers des Projekt „Gewaltfrei Lernen“. In vielen spannenden Einheiten setzte sich die gesamte Schule mit ihrem Trainer Maximilian Kraft mit bewegungsreichem Sozialförderverhalten auseinander.

Die Kinder lernten das Kinderbuch von Daniela Kunkel „Das kleine Wir“ kennen. Ein kleines grünes Monster, „das kleine Wir“ genannt, wächst bei Harmonie und schrumpft bei Streit.

Die Grundschule Schönwalde besuchen derzeit 178 Kinder. In der „Gewaltfrei-Lernen“-Woche gestalteten die Kinder ein tolles Bild mit 178 Händen, die einen Kreis bilden. Es ist ein aussagekräftiges Andenken an das Projekt entstanden.

Vor der Projektwoche wurden im Rahmen der Chancenpatenschaften 20 – 25 Tandemteams á zwei Schülern gebildet. Das Prinzip der Tandems besteht an unserer Grundschule schon viele Jahre:  die Drittklässler lesen den Vorschülern wöchentlich meist im 2. Schulhalbjahr vor und lernen sich dadurch kennen. Nun wurde das Tandemprinzip ausgeweitet und jedes Kind der Grundschule hat einen Tandempartner. Die Tandems setzen sich aus Schülern der Klassen 4 & 1, 5 & 2 und 6 & 3 zusammen, sodass jeweils ein älteres und ein jüngeres Kind ein Team bilden.

Die Lehrer der Grundschule umrahmten, unterstützten und vertieften mit tollen eigenen Ideen, die auf die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Klasse abgestimmt waren, das Gewaltfrei Lernen-Programm. Die Schulleiterin Ines Lehmann beschrieb in einem Interview mit der „Lausitzer Rundschau“ die beeindruckende Woche als ein gänsehauterregendes, tolles Projekt. Sie könne es nur empfehlen. Auch die Eltern, Lehrer und Schüler werden sich noch lange an die schöne Zeit erinnern und viele Dinge in Zukunft noch bewusster formulieren und weiterhin gewaltfrei handeln.

Wer mehr über das Gewaltfreie Lernen an der Schönwalder Grundschule erfahren möchte, kann hier weiterlesen.

Herman-Nohl-Schule, Neukölln: Schulgarten

Säge, Spaten, Gießkanne: Die Schüler hantieren in ihrer Freizeit lieber mit Gartengeräten als mit Handy und Computer. „Wir sind so oft es geht hier“, sagen die Sechstklässler und zupfen ein paar Büschel Unkraut aus dem Gemüsebeet ihres Schulgartens. Auf der Grünanlage der Herman-Nohl-Schule in Neukölln ist der Frühling eingezogen, überall blüht es und Insekten schwirren umher.

Der grüne Garten mitten in der Großstadt hat nicht nur seinen ökologischen Nutzen. Sondern auch einen sozialen: Durch die gemeinsame Freizeit und den gegenseitigen Austausch lernen die Kinder voneinander und können sich gegenseitig stärken. Ein Schüler leidet darunter, dass seine Eltern sich getrennt haben. Er hat mehrere Geschwister, die Mutter ist alleinerziehend. Zu Hause gibt es öfter Konflikte.

Im Schulgarten kommt er schnell auf andere Gedanken, wenn er gemeinsam mit seinem Tandempartner das Gemüsebeet pflegt. Oder die beiden machen es sich in der Chill-Ecke gemütlich – einem selbst gebastelten Sofa aus Holzpaletten. Als sich die Herman-Nohl-Schule in Neukölln 2016 mit ihrem Schulgarten-Projekt bei den Chancenpatenschaften bewarb, sei das Areal noch ziemlich verwildert gewesen, erinnern sich die Sechstklässler. „Da waren wir schon ein wenig skeptisch.“ Doch inzwischen ist der Schulgarten zu einer grünen Oase geworden. „Es ist wirklich schön geworden hier“, sagen die zwei stolz. (Text in Auszügen aus der Zeitschrift BVG Plus 5/2019)

Jean-Clermont-Schule Oranienburg: Paddeln auf der Havel - im Tandem kommt man besser voran

An der Jean-Clermont-Schule Oranienburg sind Schüler*innen mit und ohne Lernschwierigkeiten im Rahmen der Chancenpatenschaften gemeinsam auf dem Wasser unterwegs.

Während der Orientierungsphase am Schuljahresanfang haben sich Beginner und Profis in sogenannten Tandems, also Zweier-Teams, zusammengefunden.
Während der gemeinsamen Zeit haben sie sich die Technik des Paddelns angeeignet, gelernt, wie ein Kanu gesteuert wird und nebenbei die wunderschöne Schulumgebung vom Wasser aus kennengelernt.  
 
Ihre Erkundungen lieferten die Grundlagen für Mindmaps und PowerPoint-Präsentationen, Berichte und Fotos.

Unter dem Stichwort "gesunde Lebensweise" haben die Tandems so die Wasserstraßen in unmittelbarer Umgebung zu ihrer Schule kennenglernt und sich gleichzeitig so richtig ausgepowert.  
Gemeinsam macht Sport schließlich auch doppelt so viel Spaß

Jugendschule Strausberg: Vielfältige Tandems mit spannenden Projekten

In diesem Jahr haben an der Jugendschule in Strausberg 12 Schüler von den „Chancenpatenschaften“ profitiert, die Neunt- und die Achtklässlerin Kiara und Amelie sind zwei von ihnen. Sie kommen aus unterschiedlichen familiären Verhältnissen. Während die eine behütet aufwuchs, auch finanziell gesehen, hatte die andere „etwas härtere Startbedingungen ins Leben“, sagt Timo Nadolny, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Nadolny leitet die Jugendschule Strausberg, eine Außenstelle der Freien Montessori Schule Berlin, an der Hennickendorfer Chaussee in Vorstadt. Auf einem 2,7 Hektar großen Areal bekommen dort etwa 25 Schüler von der siebten bis zur zehnten Klasse unter Anleitung von fünf Pädagogen größtenteils praktisches Wissen vermittelt. Vom Obst- und Gemüseanbau übers Kochen, den Bau einer Produktionsküche bis hin zum Verkauf der Erzeugnisse.

Kiara und Amelie sind zwei von zwölf Schülern der Jugendschule, die in diesem Jahr von den „Chancenpatenschaften“ profitiert haben.  Aaron Schmidt ist Regionalmanager des lsfb, der das Programm betreut. Am Montag war er zusammen mit Projektleiterin Lotte Hönning von der Stiftung Bildung vor Ort, um sich über die Umsetzung des Programms zu informieren. Dabei sahen sie sich auch den Lehmofen und die Produktionsküche an, deren Wiederinbetriebnahme und Aufbau die Stiftung Bildung auf dem Gelände der Jugendschule mit insgesamt 7500 Euro unterstützt.

Kiara und Amelie haben in ihrem Tandem einen Multifunktionshocker aus Holz gebaut. Der besteht aus drei Teilen, die ineinander verstaut werden können, so dass das bunt angemalte Sitzmöbel extrem platzsparend ist. Wie jede
Chancenpatenschaft haben sie dafür 190 Euro Budget bekommen. Sie sind gemeinsam zum Tischler gefahren, haben die Materialien ausgesucht, Farbe und Schleifutensilien gekauft und den Stuhl dann in der Jugendschule
zusammengezimmert. „Wir waren vorher schon befreundet, haben durch das Projekt aber noch enger zusammengefunden“, sagt Kiara. „Wir wissen jetzt genau, wie wir uns helfen können, wenn es uns nicht gut geht, kennen gegenseitig unsere Grenzen“, ergänzt sie.

In einem anderen Tandem kamen ein Junge mit Aufmerksamkeitsdezitsyndrom und ein „tiefenentspannter Schüler“ zusammen, berichtet Timo Nadolny, der die Duos zusammenstellte. Ihre Projektziele, einen Steg und ein Baumhaus zu bauen, hätten sie zwar nicht umgesetzt, aber gut zueinander gefunden. Ein anderes Tandem habe hingegen überhaupt nicht funktioniert. „Da habe ich ein gewissenhaftes Mädchen und einen Jungen zusammengepackt, der eher der Hallodri ist. Sie wollte ein Insektenhotel bauen, er einen rollenden Stand, aus dem heraus man die Erzeugnisse aus dem Hotel hätte verkaufen können.“ Beide seien nicht zueinander gekommen. Anders als erwartet habe der Junge sein Projekt aber umgesetzt, das Mädchen hingegen nicht.

Text: Martin Stralau/MOZ

Louise-Henriette-Gymnasium Oranienburg: Toleranz-AG

Tandems zwischen Schüler*innen mit und ohne sozialpädagogischen Förderbedarf beschäftigten sich unter anderem mit den Themen Hatespeech, Vorurteile und Toleranz – mit dem Ziel ein sichtbares Zeichen für Vielfalt zu setzen.

Den Anfang des Projektes machte Simone Emmert, Dozentin für Recht, Theologische Hochschule Friedensau, mit einem Workshop zum Thema Hatespeech. Zusammen mit ihren Assistentinnen klärte sie die Gefahren, die von Hatespeech ausgehen und erarbeitete gemeinsam mit den Schüler*innen Verhaltensweisen, um angemessen zu reagieren, wenn man selbst auf Hatespeech im Netz treffen sollte, was keine Seltenheit in den verschiedenen Altersklassen ist, wie ein Gespräch ergab.

Am zweiten Tag beantworteten die Mitglieder der AG „LHG für Toleranz“ gemeinsam mit den Projektteilnehmer*innen spielerisch die Fragen, „Was sind Vorurteile?“, „Was sind Stereotype?“, „Worin besteht der Unterschied zwischen Vorurteilen und Stereotypen?“, „Gibt es gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung?“ und viele weitere. Mit dem Ziel, Hintergrundwissen zu den Themen Vielfalt und Toleranz zu erlangen und sich bewusst zu werden, warum es wichtig ist, sich für Vielfalt einzusetzen und ihr sogar ein Denkmal zu setzen. Zum Abschluss des zweiten Projekttages sammelten die Schüler*innen erste Ideen für ein Denkmal und präsentierten sie sich gegenseitig.

Die entstandenen Ideen wurden dann am dritten Tag, den eingeladenen Künstlern Sveta Esser-Pauker, Alex Pauker und Christoph Dahlberg vorgestellt. Gemeinsam mit den Gästen überlegten alle Schüler*innen, welche Idee das Thema am treffendsten widerspiegelt. Erstaunlich schnell und einhellig einigten sich aller Projektteilnehmer auf die Idee, aus vielen bunten, individuell gestalteten und deshalb sehr verschiedenen Schmetterlingen ein Herz zu formen. Eine schöne Idee, die mit Hilfe der Künstler durch die Schüler*innen als Modell gestaltet wurde. Auch wenn die Herzform noch nicht eindeutig zu erkennen ist, strahlen die Schmetterlinge schon jetzt jede Menge Vielfalt aus. Zum krönenden Abschluss des Tages erhielt das Modell einen treffenden Namen: Vielfalter!

Hier gibt es einen Artikel in der MOZ zu dem Projekt.

Naturkindergarten Rohrlack: Eine Herbstgeschichte

Es gibt so viele Früchte in diesem Jahr: Pflaumen, Mirabellen und Birnen haben wir schon geerntet. Heute wollen wir nach Äpfeln schauen. Am Weg nach Vichel haben wir schon welche gesehen und auch probiert. Aber der Weg mit den manchmal schnellen Autos ist uns zum Ernten zu gefährlich.

Wo könnten noch Äpfelchen sein? „Auf dem Weg zu den „Dino-Bäumen“ waren auch welche… Aber die waren noch klein! Und ziemlich sauer!“ „Bei uns auf dem Hof sind auch welche…! “ „Mmmm…. Der Weg ist aber ganz schön weit!“
„Geht doch zum Barsikower Weg! Das ist nicht so weit und dort gibt es ganz sicher Äpfel!“ „Vielen Dank für den Tipp!“

Also los! Wir nehmen den Bollerwagen mit. Und natürlich jeder seinen Rucksack mit Trinkflasche und Frühstücksdose (wenn noch etwas drin ist)! Und vielleicht ein Messer zum Aufschneiden von Probieräpfeln? „Eine gute Idee!“
Zuerst bis zu den Glas-Containern. Einmal verstecken bitte oder zweimal oder dreimal, dann um die Ecke.
Wir kommen am Pferdestall vorbei. „Hallo Pferdchen! Heute haben wir leider keine Zeit. Wir suchen Äpfel. Vielleicht besuchen wir euch auf dem Rückweg.“
Vorbei an den Kastanienbäumen. So viele wie in unsere Taschen gehen können wir ja mitnehmen. Noch schnell ein paar über die Straße gekickt. Weiter geht´s…
Balancieren auf der Gehwegkante - Klappt doch schon ganz prima!
Dann an Inkens „Kräuterhexe“ vorbei.  „Ist Inken zuhause?“ „Bestimmt ist sie im „Lavendelgarten“ „Was steht dort? Kannst du mal vorlesen…?“
„Oh, das ist ja der Weg zum Maisfeld!“ „Gehen wir wieder durch die Maisreihe?“ „Und: was ist mit dem Bollerwagen und den Äpfel die wir finden wollen…?“ „Ach so…“ „Na dann vielleicht morgen?“

„Seid mal alle leise!“ „Ich höre was!“ „Was ist das? Es knattert und knattert und rumpelt!“
„Ich weiß auch nicht was das ist.“ „Das kommt von dort um die Ecke.“ „Hinter der Hecke.“  „Wir müssen da unbedingt mal nachschauen…“
Also, die Äpfel am „Barsikower Weg“ müssen noch ein wenig auf ihre Ernte warten. Ein geheimnisvolles Geräusch will unbedingt erst entdeckt werden. Die „Entdeckerkinder“ laufen schon einmal voraus, während die anderen noch Kastanien, Stöckchen, Schalen und Blätter bestaunen, tauschen, auseinander brechen, zerbröseln, werfen.
Und dann, gar nicht weit hinter der Ecke: „Hier ist ein Durchgang!“ „Von hier kommt das Geräusch!“ „Was ist das?“ Ein Mann bearbeitet ein Feld in seinem Garten. Eine Maschine hilft ihm beim umgraben. Wir schauen erst einmal eine ganze Weile zu.
Der Mann bemerkt uns, stellt den Motor aus und kommt zu uns. „Hallo!“ „Hallo, was hast du da?“  „Was ist das?“ „Was machst du denn?“ „Ich grabe den Boden um mit einer „Bodenfräse“.
„Ach so!“ „Das ist ganz schön laut!“ „Ja, das stimmt!“ „Und was macht ihr?“ „Wir sammeln Äpfel und machen Saft!“
„Die Äpfel hier könnt ihr alle aufsammeln. Ich habe jede Menge. Nehmt euch, was ihr möchtet.“
„Wie heißt du?“ „Ich heiße Arvid und wer bist du?“ „Ich bin Valentino.“
„Wie alt bist du?“ „Ich bin 87 Jahre und du?“ „Ich bin drei.“ „ Das ist auch schon was…!“

Arvid wendet sich an mich und sagt: „Danke!“ Ich frage ihn: „Wofür? Wir sagen ihnen Danke für die Äpfel.“ Er sagt: „Danke, dass sie das so machen mit den Kindern!“ Und mir, mir wird ganz schön warm im Herzen…
Unser Bollerwagen ist ziemlich voll mit Äpfeln geworden. Na ja, eine ganze Menge davon vernaschen wir gleich auf der Wiese vor Arvids Garten.
Wir haben ein knatterndes Geheimnis gelüftet, Äpfel gesammelt und wieder einen sehr netten Rohrlacker kennengelernt. Die Pause tut jetzt gut!

Paul-Moor-Schule: Der Kochclub Multikulti

Wie kocht man eigentlich arabischen Kebab? Was sind die Zutaten? Wie geht die Zubereitung? Kochen – oder braten? Es sind eigentlich einfache Fragen – aber mit den Rezepten tauchen Kinder auch in eine andere Kultur ein. Beim gemeinsamen Kochen entstehen neue Sprachperspektiven – und nebenbei neue Chancen zum Kennenlernen.

Gemeinsam mit Engagierten rund um den Verein zur Förderung der Paul Moor-Schule haben der Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg (lsfb) und die Stiftung Bildung neue Chancenpatenschaften zwischen Kindern aus der sechsten Klasse mit und ohne Fluchterfahrung gestiftet.

Die Entscheidung was auf den Tisch kommt, liegt bei den Schüler*innen selbst. Sie erarbeiten die Rezepte ihrer Lieblingsgerichte selbstständig in ihrer Familie und kaufen die notwendigen Lebensmittel ein.

In der Schule geht es dann weiter: Während sich die ersten Kinder schon an den Zutaten bedienen, lesen andere gemeinsam das Rezept durch und überlegen die ersten Schritte oder sprechen sich ab, was sie nun tun wollen.

Andere Tandems suchen noch nach den richtigen Küchenutensilien und wie so oft sind die Lehrkräfte noch mit dem Verteilen der mit dem Logo Kochclub Multikulti bedruckten Küchenschürzen beschäftigt.

Gemeinsam kochen – gemeinsam essen

Nach dem freien Kochen essen alle Tandem-Gruppen gemeinsam am großen Tisch der Schulküche. Auf der Speisekarte steht:

„Heute gibt es arabischen Kebab. Wir wünschen guten Appetit!“

Die Chancenpatenschaften werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Auch an Ihrer Kita oder Schule gibt es Projektideen zur Stärkung von Teilhabechancen? Dann sichern Sie sich jetzt die unbürokratische Projektförderung bei der lfsb.

Paul-Moor-Schule: Gartenprojekt "Kräuter aus aller Welt"

An der Paul-Moor-Schule kommen Kinder mit und ohne Fluchthintergrund regelmäßig für das Gartenprojekt "Kräuter aus aller Welt" in Tandems zusammen und lernen zum Beispiel das Gewürz Za'atar kennen. Za'atar ist eine Gewürzmischung, die in arabischen Ländern genutzt wird. Einige der Schulkinder, zum Beispiel aus Syrien und dem Gazastreifen, kennen diese Gewürzmischen und essen sie gerne.

Am Anfang säten die Zweierteams die einzelnen Zutaten der Gewürzmischung, bestehend aus Majoran, Thymian und Sesam und zogen sie sorgsam auf; erst in Eierkartons, später in kleinen Töpfchen. Die Kinder aus der Willkommensklasse freuten sich sehr, sich im Lernort Schulgarten aufzuhalten und gemeinsam mit den Kindern der Regelklassen die Arbeitsaufträge auszuführen. Dabei lernten sie sich kennen und kamen ins Gespräch. Zum Ende des Schuljahres wurden die einzelnen Pflänzchen in ein dafür bestimmtes Beet gesetzt.

Natürlich sollten auch alle Kinder wissen, wie Za'atar schmeckt! Mit Öl vermengt und auf das Fladenbrot gestrichen war die Rolle das perfekte Frühstück für alle Beteiligten! Abschließend für dieses und weitere kleine Gartenprojekte wurde ein Frühstücksbarbecue veranstaltet.

Hier finden Sie weitere Bilder zu dem Projekt der Paul-Moor-Schule.

Regine-Hildebrandt-Schule: schuleigener Lernplaner

An der Regine-Hildebrandt-Schule in Fürstenwalde/Spree ist mit Hilfe des Schulfördervereins erstmals ein schuleigener Lernplaner für Schüler*innen eingeführt worden. Die Zusammenstellung der Inhalte wurde speziell auf die Schüler*innenklientel mit und ohne sonderpädagogischem Schwerpunkt "geistige Entwicklung" zusammengestellt.

Der Lernplaner enthält u.a. Piktogramme für Lautgebärde, Vorlagen für Druck- und Schreibschrift von Buchstaben, Vorlagen und Anleitungen für einen vereinfachten Kommunikationsaustausch zwischen Erziehungsberechtigten und Schule, Auswertungssysteme für Schüler*innen und Checklisten, die bei der Organisation des Schulalltags unterstützen.

Besonders hier setzt die gegenseitige Unterstützung von drei Tandems im Rahmen der Chancenpatenschaften an.
Gemeinsam den Schulalltag organisieren - so sieht ein gelungenes Projekt aus.

Süd-Grundschule in Zehlendorf: Fair gewinnt

Die Chancenpatenschaften an der Süd- Grundschule im Bezirk Zehlendorf bestehen aus Tandems zwischen Kindern mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund.

Da es im Unterricht oft unruhig war und zu Konflikten kam, entschieden sich die jungen Menschen gemeinsam das Projekt Fairplay zu starten.

Dabei lernen die Tandems Regeln eines fairen Miteinanders. Die helfen im Sport genauso wie im Alltag. Natürlich wurde das Konzept gleich in der Praxis getestet, beim Fußballspielen.

Wie gewohnt darf man sich beim Fairplay über jedes geschossene Tor freuen. Bei Fairplay gewinnt allerdings das Team, das sich fairer verhält und so mehr Fairplay-Punkte sammelt. Die Kinder waren gleich hellauf begeistert.

Das Engagement des Schulfördervereins und der betreuenden Lehrerin haben sich also gelohnt.

Wilhelm-Götze-Schule in Wusterwitz: Graffiti für die Fassade

Die etwas in die Jahre gekommene Bushaltestelle vor der Wilhelm-Götze-Schule in Wusterwitz sowie ein Schulgebäude dienen den Chancenpatenschaften als Leinwand: Kinder mit unterschiedlichen Teilhabechancen haben die bunte Fassadengestaltung selbst entworfen. Guido Raddatz von Colorful - Agentur für Gestaltung brachte den Tandems diese Kunstform näher.

Inspiriert wurde die AG durch Videos, Bücher und Fotos von vielen berühmten Graffitikünstler*innen. Ein wichtiges Thema dabei: Wann ist Graffiti (legale) Kunst und wann Vandalismus?

Sozialpädagogin Lisa Stichowski begleitet die Kinder im Schulalltag und auch außerhalb der Schule im Jugendklub. Da sie die Schüler*innen und deren familiäre Hintergründe gut kennt, konnte sie gezielt Tandems zusammenbringen, so dass sie sich gegenseitig ergänzen: z.B. ein schüchternes Kind und ein mutiges oder ein hochbegabtes mit einem, das  Schwierigkeiten im Unterricht hat,.

Das perfekt durchdachte Matching hat sich gelohnt - die Tandems hatten beim gemeinsamen Sprayen jede Menge Spaß und unternehmen viel zusammen - in den Pausen oder im Jugendklub.
 


Gerne möchten wir Ihren Besuch auf unserer Web­seite analysieren, um das Nutzer­erlebnis zu verbessern. Dazu verwenden wir Cookies. Wenn Sie der Verwendung von Cookies durch unseren Trackinganbieter Google zustimmen, klicken Sie auf "einverstanden". Das Tracking beginnt erst mit Ihrer Zustimmung. Alle Informationen finden Sie in unseren Daten­schutz­be­stimmungen sowie in unserem Impressum.