Übungsleiterpauschale

Inhalt

Gemeinnützige Vereine können unter bestimmten Voraussetzungen Übungsleiter - z. B. für Nachhilfe, Musik- und Sportangebote, Nachmittagsbetreuung, Sprach-AG - einstellen und diesen steuerfrei bis zu 2.400 € pro Jahr und Person zahlen. Einen besonderen Anreiz für finanziell nicht so starke Vereine stellt die Übungsleiterpauschale mit Rückspende dar.

Ziele

Die Übungsleiterpauschale bietet den Fördervereinen die Möglichkeit, Menschen für ihr nebenberufliches Engagement im Förderverein eine steuerfreie Bezahlung anzubieten.

Aufwand

  • Finanzieller Aufwand:
    Der Verein sollte das Geld, auch wenn mit einer Rückspende gerechnet wird, auf dem Konto verfügbar haben, denn auch bei der Rückspende muss auf jeden Fall Geld fließen.
  • Sachleistungen/Personen: -
  • Zeitlicher Aufwand: -

   

Beschreibung

Die Übungsleitervergütung bezieht sich auf Tätigkeiten, die Vereinsmitglieder oder externe Personen, z. B. Betreuer, Erzieher oder Kursleiter, bei gemeinnützigen Vereinen erbringen und deren Zielgruppe natürliche Personen sind. Dazu zählen Nachmittagsbetreuung, Nachhilfe, Sportkurse, Musikunterricht uvm. Diese Tätigkeiten können vom Verein vergütet werden und die Vergütung ist unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einem Pauschalbetrag von 2.400 € pro Jahr steuerfrei („Übungsleiterpauschale“). Beispiel:  Frau Müller leitet zweimal pro Woche nachmittags einen Sportkurs in einer Schule. Für diese Tätigkeit erhält sie 2.000 € im Jahr. Diese Vergütung braucht sie nicht zu versteuern – es sei denn, sie arbeitet auch im Hauptberuf als Sportlehrerin. Die nebenberufliche Tätigkeit muss sich deutlich von der hauptberuflichen abgrenzen.
Eine Übungsleiterpauschale MIT RÜCKSPENDE darf nicht gleich als solche geplant sein; die Rückspende ist stets freiwillig. Wichtig: Die Überweisungen der Übungsleiterpauschale und der eventuell anschließenden Spende (Rückspende) müssen aus demselben Jahr sein!
Einzelheiten, auch zur Abgrenzung von Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale, bietet die nachfolgende Tabelle:
[Tabelle folgt]

Stolpersteine

Die Übungsleiterpauschale mit einem Gesamt-Jahresbetrag von bis zu 2.400 € muss von der jeweiligen Person aus gesehen werden. Eine für mehrere Vereine als Übungsleiter arbeitende Person kann nicht von jedem der Vereine 2400 € erhalten. Die nebenberuflichen Einkünfte dürfen 2.400 € pro Person und Jahr nicht überschreiten, ansonsten müssen sie versteuert werden.
Wichtig: Empfänger der Übungsleiterpauschale sollten dem Verein schriftlich bestätigen, dass sie die Übungsleiterpauschale nicht bereits bei einem anderen Verein in Anspruch nehmen.

Hinweise und Tipps

  •  Die Tätigkeit muss nebenberuflich sein.
    Das bedeutet, dass im Durchschnitt der Vertragslaufzeit die wöchentliche Arbeitszeit nicht über 14 Stunden liegen darf. Läuft das Arbeitsverhältnis z.B. nur drei Monate im Jahr, so wird der Durchschnitt aus diesen drei Monaten berechnet und nicht aus dem ganzen Jahr.
    Hingegen kann eine Überschreitung in einer Woche durch eine Unterschreitung in den anderen Wochen ausgeglichen werden. Läuft der Vertrag mehr als ein Jahr (z.B. unbefristet) ist jedoch der Durchschnitt innerhalb eines vollen Kalenderjahres einzuhalten.
    Es muss neben der nebenberuflichen Tätigkeit für den Förderverein keine hauptberufliche Tätigkeit vorliegen. Die Steuervergünstigung können daher auch Hausfrauen, Vermieter, Studenten, Rentner und Arbeitslose in Anspruch nehmen, wenn die Tätigkeit für den Förderverein nicht über 14 Stunden im Wochendurchschnitt ausfällt.
  • Gleichartige Tätigkeiten sind zusammenzurechnen.
    Gleichartigkeit liegt z.B. bei Lehrern vor, wenn der Unterricht für gleiche Zielgruppen erfolgt.
    Auch die gleichartigen Tätigkeiten für verschiedene Schulen sind zusammenzurechnen (z.B. Unterricht an einer staatlichen Grundschule und an einer privaten Grundschule).
    So kann ein hauptberuflicher Buchhalter die Vergünstigung für die Buchhaltertätigkeit beim Förderverein nicht in Anspruch nehmen, da beide Tätigkeiten als gleichartig zusammenzurechnen sind.
     
  • Für Fördervereine interessant sind insbesondere die folgenden anerkannten Tätigkeiten:
    Aufgabenersteller, Korrektoren, Leiter von Lernarbeitsgemeinschaften, Jugendgruppenleiter, Chorleiter, Orchesterdirigenten, Dozenten-, Lehr- und Vortragstätigkeit in der allgemeinen Bildung und Ausbildung (z.B. Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Sprachförderung, Schwimmunterricht, Kurse und Vorträge an (Volkshoch)Schulen), Ferienbetreuer, Schulweghelfer, Schulbusbegleiter

    Nicht begünstigt als Übungsleitertätigkeiten, aber ggf. als sonstige Tätigkeiten (§ 3 Nr. 26a EStG):
    Küchenmitarbeiter, Reinigung, isolierte Aufsichtstätigkeit bei Prüfungen, Verkäufer in der Schulcafeteria, Tätigkeiten als Vereinsvorstand, Kassierer, Buchhalter, Mitarbeiter in der Verwaltung des Vereins
     
  • Für eine Tätigkeit kann nur eine Steuerbefreiung in Anspruch genommen werden. Übersteigt die Vergütung als Hausaufgabenbetreuer die Grenze von EUR 2.400, so kann für den Rest nicht die Ehrenamtspauschale zusätzlich in Anspruch genommen werden.
    Für verschiedene Tätigkeiten in einem Verein können aber auch beide Vergünstigungen in Anspruch genommen werden. Z.B. der Hausaufgabenbetreuer, der auch die Buchhaltung für den Förderverein erledigt. Für die Hausaufgabenbetreuung kann er den Übungsleiterpauschbetrag und für die Buchhaltung die Ehrenamtspauschale in Anspruch nehmen.

Rechtliches

  • Die Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden.
  • Freibeträge für ehrenamtlich Tätige sind nicht kombinierbar, d.h. ich darf für dieselbe Tätigkeit nicht Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale geltend machen.

 

Ressourcen

  • www.bundesfinanzministerium.de
  • § 3 Nr. 26 EStG (Einkommensteuergesetz)

 

Downloads

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