Status:  umfassend

Inhalt

Seit 2007 gibt es für gemeinnützige Vereine die Möglichkeit, inzwischen bis zu 720,- € pro Jahr und pro Person an für den Verein ehrenamtlich Tätige zu zahlen. Einen besonderen Anreiz für finanziell nicht so starke Vereine stellt die Ehrenamtspauschale mit Rückspende dar.

Ziele

Die Ehrenamtspauschale bietet den Fördervereinen die Möglichkeit, legal ein „Dankeschön“ an die Mitarbeitenden auszusprechen, das über den üblichen Blumenstrauß hinausgeht.

Aufwand

  • Finanzieller Aufwand
    Der Verein sollte das Geld, auch wenn mit einer Rückspende gerechnet wird, auf dem Konto verfügbar haben, denn auch bei der Rückspende muss auf jeden Fall Geld fließen.
  • Sachleistungen/Personen: -
  • Zeitlicher Aufwand: -

   

Beschreibung

 

Seit 2007 gibt es die Ehrenamtspauschale, mit der inzwischen bis zu 720 € pro Jahr ein gemeinnütziger Verein jedem für den Verein ehrenamtlich Tätigen steuerfrei zahlen kann. Der Gesetzgeber hat somit eine Anerkennung der Ehrenamtlichkeit zum Ausdruck gebracht („Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“).

Die Ehrenamtspauschale ist ein Steuerfreibetrag, ebenfalls frei von Sozialversicherungsbeiträgen. Sie kann für regelmäßig, unregelmäßig oder einmalig erbrachte Tätigkeiten für den Verein ausgezahlt werden. Die Ehrenamtspauschale ist nicht auf bestimmte Tätigkeiten und nicht auf Vereinsmitglieder beschränkt. Sie kann an den hilfsbereiten Hausmeister, die unentgeltlich arbeitende Buchhalterin oder den Gerätewart bezahlt werden, wenn die ehrenamtliche Tätigkeit nebenberuflich, das heißt außerhalb der bezahlten Arbeitszeit, ausgeführt wird.

Als „kleine Lösung“ für weniger finanzstarke Vereine erlaubt der Staat ausdrücklich die Ehrenamtspauschale mit Rückspende: Der Verein überweist bis zu 720,- €, bekommt diese Summe als Spende vom Empfänger/von der Empfängerin zurückgespendet, kann aber dafür eine Spendenquittung ausstellen, die der/die Begünstigte steuerlich absetzen kann.

Eine Ehrenamtspauschale MIT RÜCKSPENDE darf nicht gleich als solche geplant sein; die Rückspende ist stets freiwillig.
Wichtig: Die Überweisungen der Ehrenamtspauschale und der eventuell anschließenden Spende (Rückspende) müssen aus demselben Jahr sein!

Stolpersteine

Achtung:
An Vorstandsmitglieder darf die Ehrenamtspauschale nur dann ausgezahlt werden, wenn die Satzung nicht vorsieht, dass der Vorstand des Vereins rein ehrenamtlich arbeitet. (Gefahr des Entzugs der Gemeinnützigkeit!)

In der Satzung sollte zum Beispiel stehen: "Bei Bedarf können Vereinsämter im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten gegen Zahlung einer Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26e EStG ausgeübt werden. Die Entscheidung darüber trifft (zuständiges Organ benennen, z.B. Vorstand oder Mitgliederversammlung)."

Die Ehrenamtspauschale mit einem Gesamt-Jahresbetrag von bis zu 720,- € muss von der jeweiligen Person aus gesehen werden. Eine für mehrere Vereine ehrenamtlich arbeitende Person kann nicht von jedem der Vereine 720,- € erhalten. Die nebenberuflichen Einkünfte dürfen 720,- € pro Person und Jahr nicht überschreiten, ansonsten müssen sie versteuert werden.

Wichtig: Empfänger der Ehrenamtspauschale sollten dem Verein schriftlich bestätigen, dass sie die Ehrenamtspauschale nicht bereits bei einem anderen Verein in Anspruch nehmen.

Hinweise und Tipps

  • Der Auslagenersatz (Benzinkosten, Kopierpapier etc.) ist von der Ehrenamtspauschale unabhängig.
  • Aktive Sportler dürfen die Ehrenamtspauschale für ihre sportlichen Aktivitäten nicht in Anspruch nehmen.
  • Die Ehrenamtspauschale wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.
  • Die Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden.
  • Freibeträge für ehrenamtlich Tätige sind nicht kombinierbar, d.h. ich darf für dieselbe Tätigkeit nicht Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale geltend machen.

 

Rechtliches

  • Der Auslagenersatz (Benzinkosten, Kopierpapier etc.) ist von der Ehrenamtspauschale unabhängig.
  • Aktive Sportler dürfen die Ehrenamtspauschale für ihre sportlichen Aktivitäten nicht in Anspruch nehmen.
  • Die Ehrenamtspauschale wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.
  • Die Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden.
  • Freibeträge für ehrenamtlich Tätige sind nicht kombinierbar, d.h. ich darf für dieselbe Tätigkeit nicht Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale geltend machen.

 

Ressourcen

  • www.bundesfinanzministerium.de
  • § 3 Nr. 26 EStG (Einkommensteuergesetz)

 

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